Nach der erfolgreichen Inbetriebnahme eines Balkonkraftwerkes kommt schnell der Wunsch nach einer Erweiterung um einen Speicher auf. Durch die stark gesunkenen Preise für LiFePO4 Akkus kann der Einsatz einer Speicherlösung mittlerweile durchaus rentabel sein.
Damit der teure Speicher mehr ist als nur ein kostspieliges Hobby, gibt es Dinge zu beachten, die ich nachfolgend erläutern möchte.
Der Nutzen eines PV-Speichers besteht darin, überschüssige Solarenergie in den Speicher zu laden und bedarfsgesteuert den Verbrauchern zur Verfügung zu stellen, sobald zu wenig oder keine Solarenergie zur Verfügung steht.
Folgende Aspekte sind wesentlich für den effizienten sowie langlebigen und damit wirtschaftlich sinnvollen Betrieb eines Speichers:
Smartmeter
Für die Effektivität ist es sinnvoll, Information über den aktuellen Verbrauch oder Überschuss vom zentralen Stromzähler zu erfassen. Damit wird das Laden und Entladen dynamisch dem Bedarf angepasst.
Zeitpläne mit konstanten Entlade-Werten sind eine Alternative, falls der Einsatz eines Smartmeter nicht möglich ist. Dies ist häufig in Wohnungen der Fall, wo der Zähler im Keller positioniert ist und keine WLAN-Anbindung hat.
Grundsätzlich unterscheiden sich die Smartmeter darin, ob sie in den Zählerschrank eingebaut werden vom Elektriker oder die Infrarot-Schnittstelle des Zählers nutzen und damit von jedermann installiert werden können.
Derzeit unterstützen nur wenige Plug&Play Speicherlösungen sogenannte Infraort (IR)-Leseköpfe.
Langlebigkeit – Produkt
Es ist schwierig zu beurteilen, welches Qualität ein Produkt hat, das relativ neu auf dem Markt ist.
Die Reparierbarkeit eines All-In-One Produktes ist kaum wirtschaftlich, sobald die Elektronik oder der Akku ausfällt, dürfte eine Reparatur unwirtschaftlich sein.
Auch eine Skalierbarkeit (z. Bsp. größerer Akku) ist nur sehr begrenzt möglich (ein bereits etwas gealteter Akku mit einem neuen parallel zu schalten ist keine gute Idee)
Langlebigkeit – Hersteller
Der PV-Markt ist sehr dynamisch, wie die Vergangenheit zeigt, damit gibt es heftige Konsolidierungsphasen, welche mancher Hersteller nicht überlebt.
Ein Startup-Unternehmen, welches ein tolles und innovatives Produkt auf den Markt bringt, sieht sich großer Konkurrenz gegenüber. Falls der Hersteller eines Produktes in einigen Jahren aufgrund Marktbereinigung nicht mehr existiert, könnten das im schlimmsten Fall dazu führen, das sein Produkt nicht mehr funktioniert, da es auf die Cloud des Herstellers angewiesen ist.
Speicherkonzept DC versus AC
Bezüglich der Ankopplung des Speichersystems unterscheidet man zwischen einer DC-Kopplung (Gleichspannung Solarmodul) und einer AC-Kopplung (Wechselspannung 230V).
Berücksichtigt man, dass ein Speicher möglichst nicht im Freien stehen sollte, ergibt sich oft ein komplizierter Weg von den Solarmodulen bis zum Speicher. Das spricht gegen die DC-Kopplung.
Bei der Ankopplung an das 230V-Stromnetz (AC), gestaltet sich die Wahl des geeigneten Aufstellortes als wesentlich einfacher. Da kann der Speicher überall stehen, wo ein 230V-Netz zur Verfügung steht. Demgegenüber steht ein etwas geringerer Gesamt-Wirkungsgrad bei der AC-Anbindung im Vergleich zur DC-Lösung.
Schutz gegen Tiefenentladung
DC-gekoppelte Speicher stehen in der Regel im Außenbereich und sind im Winter sehr tiefen Temperaturen ausgesetzt. Hier ist es wichtig, eine Tiefenentladung der Batterie zu verhindern, was einem Defekt des Systems gleich kommt.
Dies kann wirksam nur geschehen, durch die Möglichkeit das System auch von der AC-Seite her im Bedarfsfall zu laden. Nicht alle Systeme unterstützen diese Funktionalität.
Ein professionelles AC-Speichersystem in Industriequalität finden Sie hier:
